Glossar: Fachbegriffe rund um die Mannlochwache
Von Aufsichtführendem bis umluftunabhängigem Atemschutz: die wichtigsten Begriffe der Behälterarbeit, kurz und verständlich erklärt.
Die Welt der Behälterarbeiten hat ihre eigene Sprache, und wer neu hineinkommt, stolpert über Begriffe, die Eingeweihte für selbstverständlich halten. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten davon in wenigen Sätzen und verlinkt dorthin, wo es bei uns mehr Details gibt.
A bis E
Aufsichtführender
Die vom Unternehmer bestimmte Person, die Arbeiten in Behältern und engen Räumen vorbereitet, den Erlaubnisschein verantwortet und die Umsetzung der Schutzmaßnahmen überwacht. Die Schlüsselrolle jeder Befahrung, denn hier entstehen laut Unfallauswertungen die meisten folgenschweren Fehler.
Befahren
Der Fachausdruck für das Einsteigen von Personen in Behälter, Silos und enge Räume, ganz ohne Fahrzeug. Den gesamten Ablauf beschreibt unser Beitrag zur Behälterbefahrung.
Brandposten
Person, die feuergefährliche Arbeiten wie Schweißen oder Trennschleifen überwacht, Entstehungsbrände bekämpft und die Nachkontrolle übernimmt. Nicht zu verwechseln mit dem Sicherungsposten. Details auf unserer Seite zum Brandposten.
Brandwache
Gleichbedeutend mit Brandposten gebraucht, teils auch als Bezeichnung für die Tätigkeit selbst, inklusive der Nachbrandwache nach Arbeitsende.
DGUV Regel 113-004
Das zentrale berufsgenossenschaftliche Regelwerk für Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen, früher als BGR 117-1 bekannt. Eine verständliche Zusammenfassung gibt unser Beitrag zur DGUV Regel 113-004.
Dreibock
Dreibeiniges Gestell über senkrechten Einstiegen, an dem Rettungshubgerät und Seil angeschlagen werden. Standard bei Schächten und vielen Behältern, damit ein Verunglückter von außen nach oben geholt werden kann.
Erlaubnisschein
Das schriftliche Freigabedokument für eine konkrete Befahrung oder Heißarbeit: Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Verantwortliche, Rettungskette, Unterschriften. Ohne gültigen Schein wird weder eingestiegen noch geschweißt.
Ex-Zone
Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann und deshalb besondere Regeln für Geräte und Zündquellen gelten. In Raffinerien und Chemieanlagen großflächig ausgewiesen.
F bis M
Fachkundiger zum Freimessen
Person mit nachgewiesener Qualifikation, die Atmosphären messen und bewerten darf; die Anforderungen beschreibt der DGUV Grundsatz 313-002. Nicht jeder Sicherungsposten ist automatisch Fachkundiger.
Freimessen
Die messtechnische Prüfung, ob die Atmosphäre in einem Behälter das gefahrlose Arbeiten zulässt: Sauerstoff, Explosionsgefahr, Giftstoffe. Als Leistung bei uns unter Freimessen, die Praxis erklärt der Beitrag Freimessen von Behältern.
Freischalten
Das Trennen eines Behälters von Energie und Stoffströmen vor der Befahrung: Leitungen trennen oder blindsetzen, Antriebe stillsetzen und gegen Wiedereinschalten sichern.
Gefährdungsbeurteilung
Die systematische Ermittlung der Gefahren einer Tätigkeit samt Festlegung der Schutzmaßnahmen, gesetzliche Grundpflicht jedes Arbeitgebers und Ausgangspunkt jedes Erlaubnisscheins.
Handloch
Kleinere Behälteröffnung, durch die nur mit Arm und Werkzeug gearbeitet wird, ohne einzusteigen. Die Abgrenzung zum Mannloch erklärt unser Beitrag zum Mannloch.
Heißarbeiten
Alle Arbeiten mit Flammen, Funken oder gefährlicher Erwärmung: Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen, Löten. Sie verlangen eigene Freigaben und meist eine Brandwache bei Heißarbeiten.
Inertisierung
Das Verdrängen von Sauerstoff durch inerte Gase wie Stickstoff, etwa zum Explosionsschutz. Macht Behälter brandsicher und zugleich unbetretbar: Inertisierte Räume sind ohne umluftunabhängigen Atemschutz tödlich.
Mannloch
Die verschließbare, gerade mannsgroße Einstiegsöffnung an Behältern, Tanks, Silos und Kesseln, Namensgeber der Mannlochwache. Alles Weitere im Beitrag zum Mannloch.
Mannlochwache
Der Praxisbegriff für den Sicherungsposten bei der Behälterbefahrung, benannt nach seinem Arbeitsplatz. Was die Rolle ausmacht, erklärt Was ist eine Mannlochwache.
N bis Z
Nachbrandwache
Die Fortsetzung der Brandwache nach Ende der Heißarbeiten über den im Erlaubnisschein festgelegten Zeitraum, weil Glutnester noch Stunden später zünden können.
Rettungshubgerät
Winde mit Rettungsfunktion, über die ein angeseilter Mensch kontrolliert abgelassen und im Notfall nach oben geholt wird, meist am Dreibock oder Ausleger montiert. Kernstück der Rettung von außen.
SCC**
Safety Certificate Contractors, die Zertifizierung für Kontraktoren der Industrie. Die zwei Sterne stehen für die Prüfung des kompletten Managementsystems für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz. Was das für Auftraggeber bedeutet, steht auf unserer Seite Über Paffen.
Sicherungsposten
Die fachlich korrekte Bezeichnung für die Person, die eine Befahrung von außen sichert: beobachten, Verbindung halten, Rettung einleiten. Als Leistung bei uns unter Sicherungsposten.
Umluftunabhängiger Atemschutz
Atemschutzgeräte, die den Träger unabhängig von der Umgebungsluft versorgen, etwa Pressluftatmer oder Schlauchgeräte. Pflicht überall dort, wo die Atmosphäre nicht sicher atembar ist, und an entsprechende arbeitsmedizinische Eignung gebunden.
Untere Explosionsgrenze (UEG)
Die Konzentration eines brennbaren Gases oder Dampfes in Luft, ab der ein zündfähiges Gemisch entsteht. Beim Freimessen wird deutlich unterhalb dieser Grenze bewertet, weil Messwerte schwanken und Atmosphären kippen können.
Begriffe geklärt,
Posten gesucht?
Wir stellen Mannlochwachen, Sicherungsposten und Brandwachen bundesweit, auch kurzfristig. Ein Anruf oder eine kurze Anfrage genügt.
Personalbedarf mitteilenOder direkt: info@paffen-sicherheit.de